Wenn wir die Bibel aufschlagen begegnen uns von der ersten Seite an Bilder, die uns das Gesagte „sichtbar“ machen. Besonders Jesus hat uns so mit seinen Gleichnisgeschichten Gottes Größe verständlich gemacht.
Heute werden wir von einer Bilderflut geradezu überschüttet, und doch haben die meisten Menschen verlernt, deren Sprache zu verstehen.
Diesem Trend setze ich ganz bewusst einen Gegenpol, indem meine Werke auf der christlichen Symbolsprache der Farben und Zeichen aufgebaut sind.
Ich höre Worte, eine Predigt, ein Zitat, ein Lied, ein Gedicht, beschäftige mich mit Überlieferungen, denke über Begriffe nach, lese Zeitung – und in meinem Inneren visualisieren sich Worte und Gedanken – sie werden zu Bildern.
Für manches brauche ich Symbole und Zeichen, dazu gehört auch die Farbe. Manches bleibt abstrakt, manches zeigt sich als Metapher, manches braucht einen konkreten (Anhalts)Punkt.
Es ist meine Art der Verkündigung, wenn ich so Gottes Liebe unter die Menschen bringen darf.
Deshalb „fange ich nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen“ (Zitat von Helmut Thiliecke)
Was tun, wenn innere Bilder nach außen drängen?
Das ist die Frage, die mich jahrelang umgetrieben hat. Ein Studium war in den 60-er Jahren als Rollstuhlfahrerin undenkbar – aber deshalb aufgeben?
malen ist für mich wie atmen

Malen ist für mich nicht heiterer Zeitvertreib, sondern existenzielle Not-wendig-keit. Es gibt ein „Malen-müssen“ das keinen Aufschub duldet, hinter dem alles andere zurückstehen muss.
Solches Malen ist harte Arbeit, ist Anstrengung, ist Auseinandersetzung mit mir selbst, meinen Gedanken und den innersten Sehnsüchten, mit selbst- und fremd gesteckten Grenzen.